GERSTEL Anwenderseminare 2013

GERSTEL Anwenderseminare 2013

Um den Erfahrungsaustausch der Anwender von GERSTEL-Geräten und -Systemen zu fördern, hat sich das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder auf die Reise durch zehn Städte in Deutschland, der Schweiz und erstmals auch Österreich begeben. Der GERSTEL-Zug machte Station in Hamburg, Potsdam, Hannover, Münster, Mülheim an der Ruhr, Karlsruhe, München, Bern, Olten und Wien, wo Anwender aus der Praxis und versierte Applikationsspezialisten des Unternehmens den geladenen Gästen ihre Eindrücke und Erfahrungen im Umgang mit GERSTEL-Technologie vor- und zur Diskussion stellten. „Die Resonanz war, wie schon in den Jahren zuvor, überwältigend“, urteilten alle Beteiligten. Im Folgenden bieten wir einen kurzen Überblick, aufgeschlüsselt nach Anwendungsfeldern, über die verschiedenen Themen (deren Titel sind im nachfolgenden Text hervorgehoben), die während der GERSTEL-Anwenderseminar- Tour 2013 beleuchtet wurden.

Lebensmittel-, Duft- und Naturstoffanalytik

Wenn es um die Themen Methodenentwicklung und Anwendung der HPLC/MS geht, greift GERSTEL auf die kompetente Unterstützung von Dr. Nobert Helle von der TeLA GmbH in Bremerhaven zurück. Überzeugt von dessen applikativem Knowhow auf den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern, baten wir den Wissenschaftler beziehungsweise seine Mitarbeiterin Franziska Chmelka, über Intelligente Probenvorbereitung für LC und LC/MS in der Lebensmittel- und Umweltanalytik zu referieren.
Welche Rolle unter anderem auch die Probenvorbereitung spielt bei der Acrylamid-Bestimmung in Kaffee mittels automatisierter LC-MS/MS im Vergleich zur klassischen GC/MS-Methode, darüber berichtete Oliver Süße-Herrmann von der CR3-Kaffeeveredelung M. Hermsen GmbH in Bremen. Einen Überblick über die Anwendung der Gaschromatographie in der Kaffeeforschung bot auch Barbara Schönbächler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil, Schweiz.
Über pflanzliche Komponenten können Pyrrolizidinalkaloide in unsere Nahrung gelangen. Gemäß den Richtlinien des Verbraucherschutzes gilt es, jedwedes Gefährdungspotenzial auf ein Minimum zu reduzieren. Wie der Nachweis von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln unter Verwendung einer automatisierten Festphasenextraktion (SPE) effizient und sicher gelingt, darüber berichtete Oliver Keuth vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) in Münster.
Apropos Gefährdung: Bislang streiten die Gelehrten darüber, ob von dem vielfach eingesetzten Pflanzenschutzmittel Glyphosat eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Dessen ungeachtet gilt: Nur wer den analytischen Nachweis führt, geht auf Nummer sicher. Dr. Andrea Kuhr von der Eurofins Dr. Specht Laboratorien GmbH in Hamburg präsentierte ihre Methode zur Bestimmung von Glyphosat und AMPA in einem Routine-Labor mit LC-MS/MS nach automatisierter Derivatisierung und SPE. Entwickelt und etabliert wurde die Methode von Dr. Norbert Helle und Franziska Chmelka von der TeLA GmbH in Bremerhaven.
Mag einer sagen, die LC schmecke ihm – mit Fug und Recht behaupten kann das Marit Gillmeister von der Hochschule Anhalt in Bernburg. Mit der analytisch-präparativen HPLC und nachgeschalteter sensorischer Beurteilung von Probenmatrices auf Basis der LC-Taste-Technologie [1] kommt sie dem Geschmack von in Wasser löslichen Komponenten mittels Zunge und Gaumen auf die Schliche. Ihr Kollege Mario Scharmer vom dortigen Institute of Bioanalytical Science (IBAS) stellte seine Bestimmung von Betacarotin in wasserlöslichen Mikrogranulaten vor.
Um Naturstoffe, Düfte und Aromen drehten sich drei weitere Vorträge vornehmlich in der Schweiz: Bernhard Burn von der Interlabor Belp AG im gleichnamigen Belp betreibt Naturstoffanalytik mittels GC/MS und wirft dabei einen besonderen Blick auf die Dynamische Headspace-Technik und die Thermodesorption. Der Fokus von Dr. Katharina Breme, Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) in Bern, lag auf der Aromaanalytik in Milch- und Fleischprodukten und Dr. Matthias Held vom Institut für Zoologie der Université de Neuchâtel beschrieb in seinem Vortrag: Rettende Düfte – die auf Duftstoffen basierende indirekte Abwehr von Pflanzen.

Polymer- und Materialanalytik

Aus der Summe der Vorträge kristallisierte sich als Themenschwerpunkt u. a. die Polymer- und Materialanalytik heraus. Andreas Westphal von tesa SE in Hamburg etwa zeigte in seinem Vortrag Pyrolyse-GC/MS in der Polymeranalytik die Vorzüge des GERSTEL-Pyro-Modules für die ThermalDesorptionUnit (TDU) auf bei der Aufklärung der Zusammensetzung unterschiedlicher komplexer Kunststoffmatrices. In ihrem Vortrag thematisierte Dr. Veronica Osorio-Piniella von der OFI Technologie & Innovation GmbH aus Wien die Bestimmung der witterungsbedingten Migration beziehungsweise des Abbaus von Additiven in Polymeren mittels Thermodesorption und GC/MS. Dipl.-Ing. Lucas Sternbauer von der Johannes-Kepler-Universität Linz stellte ein GC/MS-Screening-Verfahren für Substanzen in Kunststoffen für die Verpackung von Lebensmitteln und medizinisch-pharmazeutischen Produkten vor. Und während sich Dr. Ingo Mayer von der Berner Fachhochschule für Architektur, Holz und Bau im schweizerischen Biel auf die Bestimmung und sensorische Beurteilung von Baustoffemissionen konzentrierte, fokussierte Dr. Armin Hauk von Intertek Expert Services in Basel auf die Bewertung von Druckfarben und Aufklebern auf pharmazeutischen Verpackungen und Lebensmittelverpackungen. Über Neue analytische Verfahren in der Automobilindustrie berichtete Dr. Benedikte Roberz von der Adam Opel AG in Rüsselsheim.

Getränke- und Wasseranalytik

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern, wird empfohlen, mindestens eineinhalb Liter Wasser täglich zu sich zu nehmen. Es steht außer Frage, dass Trinkwasser frei von Schadstoffen sein sollte.
Die instrumentelle Analytik hilft dabei, die Trinkqualität von Wasser sicherzustellen, wie Thomas Funke vom CVUA-MEL in Münster am Beispiel der Bestimmung potenziell endokriner Substanzen in Mineralwässern und Kunststoff-Migranten mittels der GERSTEL-ThermalDesorptionUnit (TDU) zeigte. Zur Getränkeanalytik-Fraktion gesellten sich auch die Applikationsexperten von GERSTEL, namentlich Andreas Hoffmann, Carlos Gil, Thomas Albinus und Jochen Vandenberg sowie Susanne Rose, die u.a. einen Blick warfen auf die Vorzüge der Dynamischen Headspace-Technik (DHS) in der Getränkeanalytik beziehungsweise Zwei SBSE-Methoden zur Bestimmung phenolischer Komponenten in Trinkwasser verglichen.

Forensische Toxikologie und klinische Forschung

In den letzten fünf Jahren hat sich GERSTEL im Bereich der forensischen Toxikologie, insbesondere beim Nachweis von Drogenwirkstoffen, zu einem kompetenten Anbieter intelligent automatisierter analytischer Lösungen entwickelt. Eine Tatsache, die auch während der Anwenderseminar-Tour 2013 deutlich wurde, etwa im Vortrag Bestimmung von THC und seinen Metaboliten im Serum mittels vollautomatisierter SPE-GC/MSAnalyse von Dr. Getrud Rochholz vom Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklink Schleswig-Holstein in Kiel. Über die Art und Weise der THC-Analytik am Institut für Rechtsmedizin in Basel unter Einsatz von GERSTEL-Technologie berichtete Dr. Sarah Hangartner. Last but not least konnte auch Dr. Oliver Lerch brandaktuelle Automatisierte Analysenmethoden im forensischen Labor: Bestimmung von THC und Metaboliten sowie Opiaten und Kokain aus Blutserum präsentieren, die in enger Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf entwickelt wurde. Chris-Elmo Ziener von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin informierte über die Automatisierung chemischer Spurenanalytik in menschlicher Ausatemluft, ein vergleichsweise neuer Weg im arbeitsmedizinischen Biomonitoring.

Bio- und andere Technologien

Welchen Einfluss die richtige Analysentechnik beziehungsweise die gewählten Module auf die Effizienz und Präzision der Analyse haben, wurde deutlich im Vortrag GERSTEL-MPS mit Wägeoption: Erkennung potenzieller Fehlerquellen und deren Behebung, gehalten von Andreas Teevs und Kerstin Schrader von der Schülke & Mayr GmbH in Norderstedt.
Dass die Metabolitenanalytik mittels GC/MS ein Schlüssel zur biotechnologischen Prozessoptimierung darstellt, machte Dr. Christina Haberhauer-Troyer von der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien, Department für Chemie, Abteilung für Analytische Chemie, deutlich. Überhaupt eröffne die Gerätekombination 7200 GC/Q-TOF – neue analytische Möglichkeiten, wie Dr. Jörg Riener von Agilent Technologies in Waldbronn betonte.
Allerdings, ein Wort zum Schluss, ohne Probenvorbereitung ist alle Analytik nichts. In diesem Sinne brachte das GERSTEL- Entwicklerteam Dr. Eike Kleine-Benne, Susanne Rose und Dirk Bremer die Seminarteilnehmer in gebotener Kürze auf den neuesten Stand in puncto Innovationen.