Konstruktive Begegnung von Politik und Wirtschaft: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stattete GERSTEL einen „Nachbarschaftsbesuch“ ab. Die Politikerin ist wie das Unternehmen in Mülheim an der Ruhr daheim.

Gelungene Demonstration: Ralf Bremer (2. v. l.) lenkt Hannelore Krafts Aufmerksamkeit auf die ThermalDesorptionUnit (TDU), deren Einsatz Applikationschemiker Jochen Vandenberg (1. v. l.) mit der SBSE-Analyse (GERSTEL-Twister) von Aromaverbindungen überzeugend zu demonstrieren verstand.

GERSTEL kann mehr als Analytik: Vom ersten Tag an setzt das Unternehmen auf seine Kompetenz in der Feinmechanik. Um die filigranen Strukturen in den Hightech-Geräten von GERSTEL genau zu erkennen, braucht man mitunter ein Vergrößerungsglas.

Schnittstelle Materialversorgung: Unternehmen, die auf einen effizienten Einsatz von Ressourcen setzen, sind gut beraten, großen Wert auf eine ausgeklügelte, zukunftsgewandte Lagerlogistik zu legen. Ulrich Scherzer, bei GERSTEL Leiter der Logistik, führt Hannelore Kraft die Funktionsweise eines hochmodernen Lagerliftsystems vor.

Aus dem Unternehmen

NRW-Ministerpräsidentin zu Besuch bei GERSTEL

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), war erstmals zu Gast bei GERSTEL. Die Politikerin nahm interessiert Einblick in das Wirken des mittelständischen Hightech-Unternehmens und warb dafür, mehr Ausbildungsplätze als bisher zur Verfügung zu stellen.

Gemessen an Quantum, Umsatz und Investitionen kommt kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) laut Statistischem Bundesamt eine tragende Rolle in der deutschen Wirtschaft zu. In seiner Informationsschrift „Wirtschaftsmotor Mittelstand – Zahlen und Fakten zu den deutschen KMU“ (2014) stimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geradezu ein Loblied auf den deutschen Mittelstand an.

Ohne den Mittelstand ist kein Staat zu machen

Der deutsche Mittelstand erwirtschaftet rund 36 Prozent des Gesamtumsatzes aller deutschen Unternehmen. In puncto Wertschöpfung liege der Anteil sogar bei rund 55 Prozent, berichtet das BMWi. Darüber hinaus erweise sich der Mittelstand als „Beschäftigungsmotor“: 62,3 Prozent der sozialversicherungspflichtig Tätigen arbeiten im deutschen Mittelstand, das entspricht rund 16,8 Millionen Beschäftigten (Stand 2014).

Politik tut folglich gut daran, dem Mittelstand als einer der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Vor diesem Hintergrund ist der Besuch zu sehen, den die nordrheinwestfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft der GERSTEL-Firmenzentrale im September 2015 abgestattet hat.

Ziel der NRW-Regierungschefin war es unter anderem, sich über das Wirken des in Mülheim an der Ruhr ansässigen, international tätigen Hightech-Unternehmens aus erster Hand zu informieren und sich für das Vorhaben der Landesregierung „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ stark zu machen.

Hinter dem Slogan verbirgt sich die Idee, Jugendlichen in NRW den Start in die berufliche Ausbildung zu erleichtern und den Weg dahin zu ebnen. Schon jetzt, attestiert die Politik, sei der Mittelstand „Ausbilder der Nation“: Vier von fünf Auszubildenden werden im deutschen Mittelstand ausgebildet. Hannelore Kraft appellierte an GERSTEL, „eine Schüppe draufzulegen“ und noch mehr jungen Menschen als bisher einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Duales Ausbildungssystem als Erfolgsfaktor und Exportschlager

GERSTEL beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit, 160 in Deutschland, die überwiegende Zahl am Standort Mülheim an der Ruhr. Rund ein Drittel der Belegschaft verfügt über einen Hochschulabschluss, bei zwei Dritteln handelt es sich um Facharbeiter, die zu einem nicht unerheblichen Teil vom Unternehmen selbst ausgebildet wurden – im Bereich Feinwerkmechanik sowie in kaufmännischen Berufen. „Wir bilden nicht aus, um den Arbeitsmarkt mit qualifizierten Fachkräften zu versorgen“, sagt Holger Gerstel, „sondern in erster Linie, um das spezielle GERSTEL-Know-how im Unternehmen zu halten und zu mehren.“ Sowohl Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als auch die GERSTELGeschäftsführung betonten unisono die große Bedeutung des dualen Ausbildungssystems, sprich der Kombination von betrieblicher und schulischer Ausbildung, als Garant für eine Berufsausbildung auf höchstem Niveau, die in dieser Form weltweit einzigartig sei. Das deutsche duale Ausbildungssystem besitze Vorbildcharakter und habe sich zu einem regelrechten Exportschlager entwickelt. Dies zeige sich unter anderem daran, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Eberhard G. Gerstel, dass zum Beispiel die „Zentrale für die Weiterbildung im Handwerk“ regelmäßig mit einer Delegation aus China das Unternehmen besuche, um sich bei GERSTEL aus erster Hand über die praktische Umsetzung des dualen Ausbildungssystems zu informieren.

Die GERSTEL-Geschäftsführung wies darauf hin, dass KMU ihre Funktion als Leistungsträger im deutschen Wirtschaftssystem sicherlich beherzt und engagiert wahrnehmen würden, dass sich allerdings die Politik nicht allein mit Forderungen und Appellen an sie wenden möge, sondern obendrein Maßnahmen überdenken solle, die es kleinen und mittleren Unternehmen erleichterten, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu sichern und zu stärken. GD

Weitere Impressionen vom Besuch der NRW-Ministerpräsidentin bei GERSTEL.

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