25 Studierende und Mitarbeiter des internationalen Studiengangs „Environment and Energy“ der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort besuchten das IUTA. Als Referent zum Thema „Chromatographie und Probenvorbereitung“ mit von der Partie: ...
Praktische Einführung in die GC und LC: Dr. Oliver Lerch erläutert an seiner Station den Studierenden der Hochschule Rhein-Waal die Funktionsweise einer GC/MS-Gerätekombination mit aufsitzendem GERSTEL-MultiPurposeSampler (MPS) für die automatisierte Probenvorbereitung und Probenaufgabe.
Wissenstransfer auf kurzem Wege: Informationen über die analytischen Möglichkeiten, sprich automatisierte Probenvorbereitung und GC/MS- bzw. LC/MS-Bestimmung von organischen Verbindungen im Wein, sowie die entsprechende Methodenentwicklung vermittelten Andreas Hoffmann und Thomas Albinus, Applikationsspezialisten von GERSTEL, sowie Dr. Eike Kleine-Benne aus der Entwicklungsabteilung des Unternehmens den Studenten von Professor Doris Rauhut (hinten rechts) aus Geisenheim.

Nachwuchsförderung / Wissenstransfer

Mit Herzblut bei der Sache

Einem Unternehmen wie GERSTEL und seinen Mitarbeitern bieten sich gute Gelegenheiten, vorhandenes Fachwissen an jene weiterzugeben, die in besonderer Weise nachhaltig davon profitieren. Dabei kann es sich um heimische Studenten oder auch um Pädagogen aus China handeln.

Am Anfang war die Idee: Dr. Oliver Lerch, Applikationsexperte von GERSTEL, und Dr. Thorsten Teutenberg, Bereichsleiter der Forschungsanalytik des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) in Duisburg, beide Schulkameraden aus alten Tagen, hatten sich für das Ehemaligentreffen ihres Gymnasiums im westfälischen Werl, wo sie im gleichen Chemieleistungskurs saßen und paukten, Folgendes überlegt: Sie wollten vor den einstigen Mitschülern und in Anwesenheit ihres ehemaligen Chemielehrers gemeinsam einen Vortrag halten über ihre Profession, namentlich die instrumentelle chemische Analytik. Den beiden Chromatographie- Experten kam es bei ihrem Vorhaben nicht allein auf eine inhaltlich korrekte Darstellung an, sondern auch darauf, sich didaktisch wertvoll und für die Zuhörer unterhaltsam geschickt die Bälle zuzuspielen. Offenkundig mit Erfolg: „Der Vortrag fand großen Anklang und zog eine ziemlich lange inhaltliche Diskussion nach sich“, erinnert sich Dr. Oliver Lerch.

Einige Zeit nach ihrem gemeinsamen Auftritt vor den ehemaligen Mitschülern bat die in Kamp-Lintfort ansässige Hochschule Rhein-Waal in einem Schreiben an die Institutsleitung, die analytische Abteilung des IUTA besuchen zu dürfen. Ziel war es, 25 Studierenden des international ausgerichteten Fachbereichs „Environment and Energy“ ein Gefühl für die Arbeit einer analytisch orientierten Forschungseinrichtung zu vermitteln: „Wir können nicht tiefgreifend und umfassend Umwelt- und energetische Aspekte vermitteln und die Auswirkung unseres Handelns, sprich Emissionen und Umweltverschmutzung, diskutieren, wenn nicht ein hinreichendes analytisches Rüstzeug vorhanden ist“, beschreibt die Exkursionsleiterin Irmgard Buder, an der Hochschule Rhein-Waal Professorin im Fach „Erneuerbare Energien und Elektromobilität“, die Motivation ihres Besuchs am IUTA. Dem Gesuch wurde stattgegeben. Wie aber sollte der Tag am IUTA gestaltet werden?

... Dr. Thorsten Teutenberg, Bereichsleiter der Forschungsanalytik des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA), und GERSTEL-Applikationsspezialist Dr. Oliver Lerch (v. l.)
„Das war eine ausgesprochen gute Gelegenheit“, schildert Dr. Thorsten Teutenberg seine erste Reaktion auf die Anfrage der Hochschule Rhein-Waal, „den Tandemvortrag von Oliver Lerch und mir wissenschaftlich zu vertiefen und erneut zum Besten zu geben.“ Aufgrund der Aufgabenstellung habe es sich angeboten, den Studierenden ein detailliertes Bild nicht nur von der Arbeit eines in der Umweltanalytik tätigen Forschungsinstituts zu vermitteln. Es habe sich zudem angeboten, ergänzt Oliver Lerch, „dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Bandbreite der Aufgaben vor Augen zu führen, mit welchen Forschungsinstitute wie das IUTA konfrontiert sind und welchen Beitrag in diesem Kontext ein Hersteller von Analysengeräten, wie es GERSTEL ist, unter anderem in puncto Methodenentwicklung und Applikationen zu leisten in der Lage ist.“ Auf diese Weise habe man den Studierenden einen sehr viel umfangreicheren Einblick in die künftige Arbeitswelt geben können.
Gemäß dem Wunsch der Hochschule, die aufgrund der globalen Bedeutung des Faches eine internationale Ausrichtung des Studiengangs gewählt hatte, hielten Teutenberg und Lerch ihren Tandemvortrag auf Englisch. Kein Problem für die beiden Wissenschaftler, denen das Fachvokabular aufgrund ihres Umgangs auch mit internationalen Kollegen und Kunden vertraut ist. Ihre Zuhörer, darunter Studenten aus Bangladesch und China, der Türkei und Russland, goutierten die Bemühungen, vorhandenes Wissen nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich verständlich vermittelt zu bekommen, und spendeten am Ende der Veranstaltung tüchtig Applaus.

Nur wenige Tage nach dem Event im IUTA stand für GERSTEL das nächste an: Eine Gruppe Studierender der Hochschule Geisenheim traf am Firmensitz in Mülheim an der Ruhr ein, um sich über die analytischen Möglichkeiten der Weinanalytik mittels GERSTEL-Technologie aus erster Hand – theoretisch und praktisch im Labor – zu informieren. „Auch hier hat GERSTEL einiges zu bieten“, freute sich Eberhard G. Gerstel, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.
Exkursionsleiterin Professor Doris Rauhut, die sich mit der Weinaromaforschung an der Hochschule Geisenheim befasst, pflegt seit geraumer Zeit enge Verbindungen zu GERSTEL. Auf ihre weinanalytische Expertise vertraut das Unternehmen zum Beispiel auch dann, wenn es darum geht, wie im vergangenen Jahr der Fall, vor namhaften deutschen Sommeliers über die Bedeutung der instrumentellen chemischen Analytik u. a. für die Sensorik und Qualitätssicherung in der Weinherstellung fachlich fundiert und detailreich zu referieren.

Exportschlager Duales System am Beispiel von GERSTEL

Einen ganz anderen Anstrich hatte die Präsentation des Unternehmens vor Professoren und Berufsschullehrern aus China, die sich hierzulande über den bundesdeutschen Exportschlager „Duales System“, die gesetzlich verankerte Verknüpfung praktischer und schulischer Inhalte bei der Berufsausbildung, ein Bild machen wollten. Bereits zum zweiten Mal hatte die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk aus Düsseldorf bei GERSTEL angefragt und gebeten, das Unternehmen an seinem Stammsitz in Mülheim an der Ruhr mit einer chinesischen Delegation besuchen und besichtigen zu dürfen. Auf dem Programm standen dabei auch eine Präsentation des Ausbildungsleiters sowie ein Gespräch mit den Auszubildenden.
Ohne Frage ein lohnenswerter Besuch, befanden die Teilnehmer am Ende des Tages, da GERSTEL nicht nur Feinmechaniker und Kaufleute ausbilde, sondern dies auch in einem überaus interessanten, wissenschaftlich und technisch anspruchsvollen Umfeld leiste, fasste der chinesische Dolmetscher die einhellige Meinung der Teilnehmer zusammen.

Aufschlussreiche Begegnung: Eine Delegation chinesischer Pädagogen, darunter Professoren und Berufsschullehrer, besuchte GERSTEL, initiiert von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk in Düsseldorf. Den Fragen stellten sich neben der Geschäftsführung auch der Ausbildungsleiter sowie die Auszubildenden des Unternehmens.