Dopinganalytik

Von lahmen Gäulen und schnellen Pferden

Wenn hierzulande über sportliche Höchstleistungen diskutiert wird, fällt früher oder später der Begriff „Doping“, und es werden die Namen von Größen aus Radsport oder Leichtathletik genannt, die ihr Trainingsprogramm um die Einahme verbotener, leistungssteigender Präparate erweitert haben. Keiner der Diskutanten käme vermutlich auf die Idee, in diesem Zusammenhang auch an Tiere zu denken. Nicht so in Asien oder im Nahen Osten, wo etwa der Pferde- oder Kamelrennsport überaus beliebt und weitverbreitet ist. Dabei steht nicht nur der Spaß im Fokus, sondern vor allen Dingen auch Geld, viel Geld – für den Sieger und den, der beim Wetten auf das richtige Pferd gesetzt hat. Ein Reitstall, der seinem Glück auf die Sprünge helfen und sich nicht alleine auf ein hinreichendes Training verlassen will, um aus einem lahmen Gaul ein blitzschnelles Pferd zu machen, findet probate Lösungen im Chemiebaukasten: Doping aber ist auch im Pferderennsport kein Kavaliersdelikt, sondern illegal, also verboten.

Will man über jeden Verdacht erhaben sein, führt kein Weg am Einsatz instrumental- analytischer Mittel vorbei. Damit Dopingsünder im Tiersport aufzuspüren, hat sich die Association of Official Racing Chemists (AORC) zur Aufgabe gemacht. Die AORC ist eine vergleichsweise kleine Vereinigung mit nur rund 100 Mitgliedern in 26 Ländern, die turnusmäßig Workshops abhält, um sich über neueste Entwicklungen in puncto Dopingmittel und Analysenmethoden auszutauschen. In diesem Jahr trafen sich die Experten im „Turf Club“, einem der führenden Ausrichter von Pferderennen in Singapur.

Mit großem Erfolg präsentierte dort auch GERSTEL ein auf seiner DisposablePipetteExtraction (DPX) basierendes Verfahren zum Nachweis von Koffein und Diazepam aus Pferde-Urin. Unter Einbeziehung der Workshop-Teilnehmer wurde das Verfahren im Rahmen eines kleinen Wettbewerbes an dotierten Realproben getestet; sie wurden im Labor vor Ort extrahiert und per GC/MS vermessen. „Die Programmierung der DPX mittels der MAESTRO-Software erfolgte per TeamViewer-Fernsteuerung vom Ort des AORC-Meetings aus“, berichtet Dr. Oliver Lerch, im Foto neben Tan Surakanpinit von GERSTEL LLP, dem in Singapur ansässigen Schwesterunternehmen.